Zimmerpflanzen auf einem hohen Regal über spielendem Kind
Kurz gefasstDieffenbachie, Efeutute und Einblatt stehen in fast jedem Wohnzimmer – und gehören mit Kleinkindern außer Reichweite.

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Giftige Zimmerpflanzen: Welche mit Kindern im Haus nicht ins Regal gehören

Kleinkinder erkunden mit dem Mund. Eine Pflanze in Bodennähe mit weichen, gut greifbaren Blättern ist deshalb kein Dekorationsobjekt, sondern ein Angebot. Die gute Nachricht: Schwere Vergiftungen durch Zimmerpflanzen sind selten. Die schlechte: Einige der beliebtesten Arten stehen genau deshalb auf der Liste, weil sie so pflegeleicht und verbreitet sind.

Die verbreitetsten Problempflanzen

PflanzeWirkungEinstufung
DieffenbachieBrennen und Schwellung in Mund und Rachen, Sprechstörungstark giftig
EfeututeReizung von Schleimhäuten, Übelkeitgiftig
EinblattBrennen im Mund, Speichelflussgiftig
Fensterblatt (Monstera)Reizung durch Kristalle im Pflanzensaftschwach giftig
Gummibaum und BirkenfeigeMilchsaft reizt Haut und Augen, allergieauslösendschwach giftig
AlpenveilchenÜbelkeit, Erbrechen, bei größeren Mengen Kreislaufwirkunggiftig, besonders die Knolle
AmaryllisErbrechen, Durchfall; die Zwiebel ist am stärkstengiftig
Oleander (auch als Kübelpflanze)wirkt auf das Herz, schon kleine Mengen relevantstark giftig
Vorsicht auch bei Weihnachtsdeko: Christrose, Mistel, Stechpalme und Weihnachtsstern stehen genau in der Zeit im Haus, in der Besuch kommt und Kinder unbeaufsichtigt in fremden Wohnzimmern spielen. Ein kurzer Blick vor dem Fest lohnt sich.

Unbedenkliche Alternativen

  • Grünlilie – robust, wächst überall, gilt als ungiftig
  • Zimmerlinde – schnellwüchsig, große weiche Blätter
  • Kentia- und Bergpalme – unbedenklich und pflegeleicht
  • Schwertfarn – gute Luftfeuchtigkeit, keine Giftstoffe
  • Geldbaum und Hauswurz – Sukkulenten ohne Reizstoffe
  • Kräuter auf der Fensterbank – Basilikum, Minze, Petersilie: essbar und interessant für Kinder

Was im Ernstfall zu tun ist

  1. Ruhe bewahren und Mund ausräumen. Reste vorsichtig entfernen.
  2. Etwas trinken lassen – Wasser oder Tee, in kleinen Schlucken.
  3. Kein Erbrechen auslösen, keine Milch, kein Salzwasser. Beides kann die Aufnahme von Giftstoffen erhöhen oder zusätzlich schaden.
  4. Giftnotruf anrufen. Die Zentren sind rund um die Uhr erreichbar; die zuständige Nummer hängt vom Bundesland ab und gehört an den Kühlschrank.
  5. Pflanzenteil aufheben oder fotografieren – die Bestimmung entscheidet über das weitere Vorgehen.
  6. Bei Atemnot, Schwellung im Mund, Krampfanfall oder Bewusstseinstrübung sofort 112 wählen.

Praktische Vorsorge

Du musst nicht jede Pflanze entsorgen. In den meisten Haushalten reichen drei Maßnahmen: stark giftige Arten abgeben oder in ein Zimmer stellen, das Kinder nicht allein betreten; alle übrigen Pflanzen auf Höhe stellen, die auch beim Klettern nicht erreichbar ist; und abgefallene Blätter konsequent aufsammeln – sie sind die häufigste Ursache, weil niemand an sie denkt.

Wenn du unsicher bist, welche Pflanze bei dir steht, fotografiere sie und lass sie im Gartencenter oder über eine Bestimmungsapp identifizieren. Namen wie „Ficus“ sagen wenig – die Art entscheidet.

Was mache ich, wenn mein Kind eine Pflanze gegessen hat?

Mundreste entfernen, etwas Wasser oder Tee trinken lassen und sofort den Giftnotruf anrufen. Kein Erbrechen auslösen, keine Milch geben – beides kann die Aufnahme verschlimmern. Ein Stück der Pflanze für die Bestimmung aufheben.

Reicht es, die Pflanze hoch zu stellen?

Bei Kleinkindern meist ja, solange herabfallende Blätter regelmäßig eingesammelt werden. Sobald Kinder klettern, ist der Verzicht auf stark giftige Arten die sicherere Lösung.

Sind Weihnachtssterne wirklich gefährlich?

Ihr Ruf ist schlimmer als die Wirkung. Der Milchsaft reizt Haut und Schleimhäute und kann Übelkeit verursachen, schwere Vergiftungen sind bei den heute üblichen Zuchtformen selten. Außer Reichweite gehört er trotzdem.

Zuletzt aktualisiert: August 2026 · Angaben ohne Gewähr · Titelbild: KI-generiert.