Vorrat & Küche

Notvorrat für die Familie: Liste für 4 Personen, 10 Tage

Die meisten Listen rechnen pro Person. Für eine Familie mit Kindern brauchst du andere Mengen und ein paar Posten, die auf keiner Standardliste stehen.

Die kurze Antwort

Für vier Personen und zehn Tage brauchst du rund 80 Liter Trinkwasser und etwa 50 Kilogramm Lebensmittel. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz rechnet pro Person und Tag mit 2 Litern Wasser, dazu Getreideprodukte, Gemüse, Obst, Milchprodukte, Eiweiß und Fett. Kaufe nichts auf einmal. Leg bei jedem Wocheneinkauf zwei bis drei Artikel zusätzlich in den Wagen, dann steht der Vorrat nach etwa drei Monaten.

10 Tage
Zeitraum, den das BBK empfiehlt
80 Liter
Trinkwasser für vier Personen
180 bis 300 €
Kosten beim Aufbau von null
3 Monate
Aufbau nebenbei beim Wocheneinkauf

Wie viel Vorrat braucht eine Familie mit vier Personen?

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rechnet mit zehn Tagen. So lange soll ein Haushalt ohne Einkauf auskommen. Die Mengen gelten pro Person, du multiplizierst sie also mit vier.

Kinder essen weniger als Erwachsene, aber sie essen wählerischer. Rechne deshalb nicht kleiner, sondern anders. Ein Kind, das den Reis verweigert, braucht trotzdem Kalorien. Zwei zusätzliche Packungen Nudeln sind billiger als ein leerer Magen.

Rechne mit vier vollen Portionen, nicht mit drei. Der Puffer kostet wenige Euro und fängt ab, dass ein Kind bestimmte Lebensmittel nicht anrührt.

Wie viel Trinkwasser gehört in den Vorrat?

Zwei Liter pro Person und Tag sind der Richtwert. Für vier Personen und zehn Tage sind das 80 Liter. Das klingt nach viel und ist es auch: rund 13 Sixpacks mit Sechserträgern à 1,5 Liter.

Zusätzlich brauchst du Brauchwasser zum Spülen und für die Körperpflege. Dafür reicht Leitungswasser in verschließbaren Kanistern oder in der Badewanne, wenn sich eine Störung ankündigt. Stilles Wasser hält sich länger und schmeckt auch Kindern, die Sprudel ablehnen.

Lagere die Flaschen dunkel und kühl. Ungeöffnetes Mineralwasser in Glasflaschen ist praktisch unbegrenzt haltbar, in PET-Flaschen solltest du nach etwa einem Jahr tauschen.

Was gehört auf die Einkaufsliste?

Die folgende Tabelle rechnet die Empfehlung des BBK für vier Personen und zehn Tage aus. Sie zeigt Gruppen, keine Marken. Kauf das, was deine Familie ohnehin isst.

LebensmittelgruppeMenge für 4 PersonenBeispiele
Getreide, Brot, Nudeln, Reis, Kartoffelnrund 14 kgNudeln, Reis, Haferflocken, Zwieback, Knäckebrot
Gemüse und Hülsenfrüchterund 16 kgKonserven, Linsen, Bohnen, Mais, passierte Tomaten
Obst und Nüsserund 10 kgApfelmus, Pfirsiche im Glas, Trockenobst, Nussmischung
Milch und Milchprodukterund 10 kgH-Milch, Hartkäse, Kondensmilch, Milchpulver
Fisch, Fleisch, Eierrund 6 kgThunfisch, Ravioli, Wurstkonserven, Volleipulver
Fette und Ölerund 1,5 kgRapsöl, Olivenöl, Butterschmalz
Trinkwasser80 Literstilles Wasser, ungesüßte Getränke

Dazu kommen Sachen, die keine Nährwerttabelle abbildet: Salz, Zucker, Honig, Kakao, Kekse. Ein bekannter Geschmack beruhigt Kinder in einer unruhigen Lage mehr als jede Erklärung. Die genauen Rechenwerte findest du im Vorratskalkulator des BBK.

Was brauchen Babys und kleine Kinder zusätzlich?

Standardlisten enden beim Erwachsenen. Mit kleinen Kindern kommen Posten dazu, die sich nicht ersetzen lassen.

  • Säuglingsnahrung. Bei Flaschenkindern zehn Tage Pulver plus abgekochtes Wasser. Milchpulver braucht sauberes Wasser, rechne den Bedarf oben drauf.
  • Beikost im Glas. Haltbar, portioniert und ohne Kochen essbar.
  • Windeln und Feuchttücher. Zehn Tage sind je nach Alter 60 bis 100 Windeln.
  • Medikamente. Fiebersaft in der passenden Dosierung, Elektrolytpulver, das Dauermedikament deines Kindes. Sprich die Vorratsmenge mit dem Kinderarzt ab.
  • Ein Spiel ohne Strom. Kartenspiel, Malzeug, Vorlesebuch. Zehn Tage ohne Bildschirm werden lang.

Wie lagerst du den Vorrat richtig?

Kühl, dunkel und trocken. Zwischen 10 und 18 Grad halten Konserven am längsten. Ein Kellerregal ist besser als der Schrank neben dem Herd.

Wichtiger als der Ort ist die Rotation. Neue Ware kommt nach hinten, alte wird zuerst gegessen. Wer den Vorrat als Sperrgebiet behandelt, findet in zwei Jahren abgelaufene Konserven. Schreib das Kaufdatum mit Filzstift auf den Deckel, dann siehst du die Reihenfolge auf einen Blick.

Einmal im Quartal Kontrolle. Fünfzehn Minuten reichen: nach vorn holen, was zuerst abläuft, und beim nächsten Einkauf ersetzen. Ähnlich funktioniert jedes gute feste Haushaltssystem.

Was kostet der Aufbau und wie fängst du an?

Von null gerechnet liegst du bei 180 bis 300 Euro für vier Personen, je nach Marken und Anteil an Fertiggerichten. Auf einmal gekauft tut das weh, verteilt kaum.

Nimm bei jedem Wocheneinkauf zwei bis drei haltbare Artikel zusätzlich mit. Bei etwa 8 Euro pro Woche steht der Vorrat nach drei Monaten. Angebote nutzen senkt die Summe deutlich, weil Konserven und Nudeln oft im Aktionspreis liegen.

Was gehört neben Essen und Trinken dazu?

Ein Vorrat ohne Ausrüstung hilft nur halb. Diese Dinge kosten wenig und fehlen im Ernstfall zuerst:

  1. Licht. Taschenlampe pro Person, Ersatzbatterien, Kerzen und Streichhölzer.
  2. Radio. Batteriebetrieben oder mit Kurbel. Über UKW kommen Warnmeldungen auch ohne Netz an.
  3. Powerbank. Geladen halten, sonst ist sie im Ernstfall leer.
  4. Hausapotheke. Verbandmaterial, Fieberthermometer, Schmerzmittel für Erwachsene und Kinder.
  5. Dosenöffner und Campingkocher. Ein Vorrat, den du nicht öffnen oder erwärmen kannst, ist wertlos.
  6. Hygiene. Seife, Müllbeutel, Toilettenpapier, Desinfektionsmittel.

Leg dazu eine Mappe mit Kopien von Ausweisen, Versicherungsunterlagen und wichtigen Telefonnummern. Notiere die Nummern auch auf Papier. Ein leeres Handy kennt keine Kontakte.

Reichen zehn Tage Vorrat wirklich aus?

Zehn Tage sind die offizielle Empfehlung für Deutschland. Die meisten Versorgungsstörungen dauern kürzer. Wer viel Platz hat, kann aufstocken, aber der Zeitraum deckt gängige Szenarien ab.

Muss ich Spezialnahrung oder Notrationen kaufen?

Nein. Normale Supermarktware ist günstiger und wird auch gegessen. Notrationen mit langer Haltbarkeit lohnen nur, wenn du sie nie rotieren willst.

Wie viel Wasser braucht ein Kleinkind pro Tag?

Kleinkinder trinken weniger als Erwachsene, brauchen aber Wasser zum Anrühren von Nahrung. Rechne im Vorrat trotzdem mit vollen 2 Litern pro Person, dann bleibt Puffer.

Wohin mit dem Vorrat in einer kleinen Wohnung?

Unter Betten, oben im Kleiderschrank, hinter der Couch oder in Boxen auf dem Balkon, sofern es dort frostfrei bleibt. Konserven vertragen jeden dunklen Platz.

Wie oft muss ich den Vorrat austauschen?

Gar nicht komplett, wenn du rotierst. Konserven halten zwei bis vier Jahre, Nudeln und Reis noch länger. Eine Sichtprüfung pro Quartal genügt.

Zuletzt aktualisiert: August 2026 · Angaben ohne Gewähr · Mengen nach den Empfehlungen des BBK, Preise sind Marktpreise im August 2026.

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