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Giftige Gartenpflanzen: Welche Kindern wirklich gefährlich werden

Die gefährlichsten Gartenpflanzen für Kinder sind Goldregen, Eibe, Seidelbast, Pfaffenhütchen, Eisenhut und Engelstrompete. Die meisten anderen giftigen Pflanzen verursachen bei den kleinen Mengen, die Kinder probieren, eher leichte Beschwerden.

Die kurze Antwort

Wirklich gefährlich werden Kindern nur wenige Gartenpflanzen, vor allem solche mit auffälligen Beeren, Samen oder Schoten. Dazu zählen Goldregen, Eibe, Seidelbast, Pfaffenhütchen, Stechpalme, Eisenhut und Engelstrompete. Hat dein Kind etwas gegessen, ruf den Giftnotruf an und führe kein Erbrechen herbei. Bei Atemnot, Krämpfen oder Bewusstseinsstörung wählst du sofort 112.

112
bei Atemnot, Krämpfen, Bewusstlosigkeit
Giftnotruf
rund um die Uhr erreichbar
kein Erbrechen
nicht selbst auslösen
Foto
von der Pflanze für die Beratung

Welche Gartenpflanzen sind für Kinder am gefährlichsten?

Viele Listen nennen Dutzende giftige Pflanzen. Das verunsichert mehr, als es hilft. Der NABU weist darauf hin, dass nur wenige Arten Kindern wirklich gefährlich werden können. Genannt werden dort Goldregen, Pfaffenhütchen, Stechpalme und Seidelbast.

Gefährlich sind vor allem Pflanzen mit Teilen, die zum Probieren einladen. Das sind leuchtende Beeren, bohnenähnliche Samen und Schoten. Kinder im Alter von ein bis drei Jahren stecken besonders viel in den Mund.

PflanzeGiftige TeileWarum Kinder sie probieren
Goldregenalle Teile, besonders Samen und HülsenSchoten sehen aus wie Erbsen oder Bohnen
EibeNadeln und Samen, nicht der rote Samenmantelrote Früchte an Hecken
Seidelbastalle Teile, besonders rote Beerenauffällige Beeren am Stamm
PfaffenhütchenFrüchte und Samenpinke Kapseln mit orangem Kern
StechpalmeBeeren und Blätterrote Beeren im Winter
Eisenhutalle Teile, Gift wirkt auch über die Hautblaue Blüten im Staudenbeet
Engelstrompetealle Teilegroße Blüten auf Terrasse und Balkon

Eine gute Bildübersicht bietet der BfR-Giftgarten des Bundesinstituts für Risikobewertung. Dort kannst du Pflanzen aus deinem Garten mit Fotos vergleichen.

Welche Stauden und Zwiebelpflanzen sind giftig?

Auch im Blumenbeet stehen giftige Pflanzen. Sie sind meist weniger verlockend, weil Kinder Blätter und Blüten seltener essen als Beeren.

  • Fingerhut: alle Teile giftig, auffällige Blütenglocken.
  • Maiglöckchen: alle Teile, im Spätsommer rote Beeren.
  • Herbstzeitlose: alle Teile, Blätter ähneln im Frühjahr dem Bärlauch.
  • Christrose: alle Teile, blüht im Winter.
  • Narzisse und Tulpe: vor allem die Zwiebeln, die leicht mit Küchenzwiebeln verwechselt werden.

Häufige Heckenpflanzen verdienen einen eigenen Blick. Beim Kirschlorbeer sind vor allem Blätter und Samen giftig. Efeu bildet im Herbst schwarze Beeren, die giftig sind, aber sehr bitter schmecken. Die Beeren des Ligusters gelten als gering giftig. Hecken wachsen oft direkt am Spielbereich, deshalb lohnt der Blick auf die Früchte im Spätsommer.

Zwiebeln gehören deshalb nicht offen in den Gartenschuppen. Lagere sie verschlossen und außer Reichweite, bis sie gepflanzt werden.

Sind Geranien und andere Balkonpflanzen giftig?

Geranien, genauer Pelargonien, gelten in den meisten Quellen als ungiftig oder nur gering giftig. Die Angaben sind nicht ganz einheitlich. Hat dein Kind ein Blatt gegessen, ist das in aller Regel kein Notfall. Ein kurzer Anruf beim Giftnotruf schafft Sicherheit.

Anders sieht es bei Kübelpflanzen aus. Oleander und Engelstrompete sind stark giftig und stehen oft auf Terrasse oder Balkon. Beim Wandelröschen gelten vor allem die unreifen Beeren als giftig. Wenn kleine Kinder unbeaufsichtigt draußen spielen, stellst du solche Pflanzen besser weg.

Für Zimmerpflanzen gelten eigene Regeln. Welche davon nicht ins Kinderzimmer gehören, erklärt der Ratgeber zu giftigen Zimmerpflanzen.

Welche Pflanzen reizen die Haut?

Manche Pflanzen schaden nicht beim Essen, sondern bei Berührung. Der Riesen-Bärenklau ist das bekannteste Beispiel. Sein Saft macht die Haut lichtempfindlich. Scheint danach die Sonne, entstehen Rötungen und Blasen wie bei einer Verbrennung.

Auch Eisenhut kann über die Haut wirken. Beim Gärtnern mit diesen Pflanzen trägst du Handschuhe. Kinder sollten sie gar nicht anfassen. Nach Hautkontakt spülst du die Stelle gründlich mit Wasser ab und hältst sie aus der Sonne.

Erklären wirkt besser als Verbieten. Kinder ab etwa drei Jahren verstehen die Regel „Im Garten essen wir nur, was Mama oder Papa uns gibt“. Wiederhole sie bei jedem Gang durch den Garten.

Was tun, wenn dein Kind etwas gegessen hat?

Bleib ruhig. Die allermeisten Fälle verlaufen harmlos, weil Kinder nur kleine Mengen erwischen. Trotzdem gehst du nach einem festen Ablauf vor.

  1. Reste aus dem Mund entfernen und den Mund ausspülen lassen.
  2. Etwas Wasser oder Tee zu trinken geben. Keine Milch, kein Salzwasser.
  3. Kein Erbrechen auslösen. Das kann mehr schaden als nützen.
  4. Giftnotruf anrufen. Sag, wer, was, wann, wie viel gegessen hat und wie es deinem Kind geht.
  5. Pflanzenteil oder Foto bereithalten, das hilft bei der Bestimmung.
  6. Bei Atemnot, Krämpfen, Bewusstlosigkeit sofort 112 wählen.

Die Giftinformationszentren sind nach Bundesländern organisiert. Die Berliner Stelle erklärt das Vorgehen auf ihrer Seite zu Pflanzen. Speichere die Nummer deiner Region im Handy. Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung. Im Einzelfall entscheidet der Giftnotruf oder die Ärztin.

Wie bepflanzt du einen kindersicheren Garten?

Du musst nicht jede giftige Pflanze entfernen. Wichtig ist, dass im Spielbereich keine gefährlichen Arten stehen. Goldregen, Eibe und Seidelbast solltest du nahe Sandkasten und Rasen ersetzen, solange Kleinkinder im Haus sind.

StattBesser im Spielbereich
EibenheckeHainbuche oder Haselnuss
GoldregenObstbaum oder Felsenbirne
Seidelbast, PfaffenhütchenJohannisbeere, Himbeere, Stachelbeere
Fingerhut, EisenhutSonnenblume, Ringelblume, Kapuzinerkresse

Beim Spielplatz im eigenen Garten zählt nicht nur die Bepflanzung. Wie du ein Trampolin sicher aufstellst, steht im Ratgeber zu Trampolin im Garten. Auch Gartenmöbel und Spielhäuser aus Holz sollten schadstoffarm sein. Welche Siegel dabei helfen, erklärt der Ratgeber zu Schadstoffen in Kindermöbeln. Worauf du bei Kanten und Stabilität achtest, zeigt der Ratgeber zu kindersicheren Möbeln.

Welche Gartenpflanze ist für Kinder am giftigsten?

Zu den gefährlichsten zählen Goldregen, Eibe, Seidelbast, Pfaffenhütchen, Eisenhut und Engelstrompete. Besonders Samen, Schoten und Beeren locken Kinder zum Probieren und gehören nicht in den Spielbereich.

Sind Geranien für Kinder giftig?

Geranien gelten in den meisten Quellen als ungiftig oder nur gering giftig. Hat dein Kind ein Blatt gegessen, ist das meist kein Notfall. Ein Anruf beim Giftnotruf gibt dir Sicherheit.

Soll ich mein Kind erbrechen lassen?

Nein. Löse kein Erbrechen aus und gib keine Milch oder Salzwasser. Entferne Reste aus dem Mund, gib etwas Wasser und ruf den Giftnotruf an.

Ist die Eibe komplett giftig?

Nadeln und Samen der Eibe sind stark giftig. Der rote Samenmantel selbst gilt als ungiftig, doch der Samen darin ist gefährlich. Kinder sollten die Früchte deshalb gar nicht essen.

Muss ich alle giftigen Pflanzen entfernen?

Nicht alle. Entferne die gefährlichsten Arten aus dem Spielbereich, solange Kleinkinder im Haus sind. Wichtig ist die feste Regel, im Garten nichts ohne Erlaubnis zu essen.

Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Angaben ohne Gewähr · ersetzt keine ärztliche Beratung · Quellen: NABU, BfR-Giftgarten, Giftnotruf der Charité.

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