Kleine Wohnungen
Stauraum schaffen in der kleinen Wohnung mit Kindern
Stauraum schaffst du in einer kleinen Wohnung mit Kindern zuerst durch Aussortieren, danach durch die Höhe und durch Flächen, die bisher niemand nutzt. Neue Möbel sind der letzte Schritt, nicht der erste.
Die kurze Antwort
Sortiere aus, bevor du kaufst. Danach holst du dir die vergessenen Flächen: über den Türen, unter den Betten, im Flur und an den Wänden bis zur Decke. Möbel mit Stauraum im Bauch ersetzen zusätzliche Kisten. Alles, was das Kind selbst braucht, gehört unter 120 Zentimeter Höhe, alles Saisonale nach oben oder in den Keller.
Erst reduzieren, dann Stauraum bauen
Der teuerste Weg zu mehr Stauraum ist ein neuer Schrank für Sachen, die niemand mehr benutzt. Deshalb steht das Aussortieren am Anfang, nicht am Ende.
Nimm dir einen Bereich vor, nicht die ganze Wohnung. Eine Schublade, ein Regalfach, eine Spielzeugkiste. Alles kommt raus, du sortierst in drei Stapel: bleibt, geht weg, unklar. Der unklare Stapel wandert in eine Kiste mit Datum. Was nach einem halben Jahr nicht vermisst wurde, kann gehen.
Danach gilt eine einfache Regel: kommt etwas Neues rein, geht etwas Altes raus. Sonst ist jeder gewonnene Stauraum in wenigen Monaten wieder voll.
Die Flächen, die in kleinen Wohnungen niemand nutzt
In fast jeder Wohnung liegen mehrere Quadratmeter Stauraum brach. Sie fallen nur nicht auf, weil sie über Kopfhöhe oder unter Möbeln liegen.
| Ort | Was dort hinpasst | Aufwand | Worauf achten |
|---|---|---|---|
| über der Zimmertür | Bücher, Spiele, Saisonkram | ein Brett, zwei Winkel | Tiefe max. 25 cm, sonst stößt man sich |
| unter dem Bett | Bettwäsche, Lego, Winterkleidung | Rollkisten kaufen | Deckel gegen Staub, Rollen statt Schieben |
| Flur oberhalb der Garderobe | Mützen, Handschuhe, Taschen | ein Hängeboard | Korb statt offener Ablage |
| Ecke hinter der Tür | Wäschekorb, Schuhe, Sportsachen | keiner | Türanschlag prüfen |
| Innenseite von Schranktüren | Haarsachen, Kleinteile, Putzmittel | Hängekörbe | Gewicht begrenzen, Scharniere leiden |
| Nische neben dem Kühlschrank | Vorräte im Auszug | schmaler Rollwagen | Breite genau messen |
Der Flur ist dabei die unterschätzteste Fläche. Er wird selten möbliert, weil er als Durchgang gilt. Ein schmales Regal mit 20 Zentimetern Tiefe stört dort niemanden und nimmt vier Kinderjacken auf.
Betten, Bänke und Hocker mit Stauraum
Möbel, die zweimal arbeiten, sind in kleinen Wohnungen mit Kindern die stärkste Hilfe. Sie brauchen keinen zusätzlichen Quadratmeter, weil sie ohnehin dastehen.
Ein Bett mit Bettkasten schluckt eine komplette Saison Kleidung. Eine Sitzbank im Flur nimmt Schuhe auf und dient gleichzeitig zum Anziehen. Ein Hocker mit Klappdeckel im Wohnzimmer sammelt das Spielzeug ein, das abends noch herumliegt.
Achte bei Truhen und Bettkästen auf gebremste Deckel. Ohne Bremse fällt der Deckel auf Kinderhände. Bei alten Truhen mit schwerem Massivdeckel lohnt sich eine Nachrüstung. Weitere Punkte dazu stehen im Ratgeber zu kindersicheren Möbeln.
Stauraum in die Höhe: Regale bis zur Decke sicher befestigen
Zwischen der obersten Regalreihe und der Decke steht in den meisten Wohnungen ein halber Meter Luft. Auf drei Metern Wandlänge ist das gut ein Kubikmeter Platz.
Hohe Regale gehören zwingend an die Wand geschraubt. Kinder klettern daran hoch, ziehen sich an Fächern nach oben oder öffnen alle Schubladen gleichzeitig. Ein freistehendes Regal kippt dabei nach vorn.
Prüf vor jeder Bohrung, ob dort Leitungen liegen. Über Schaltern und Steckdosen verlaufen Kabel senkrecht, waagerechte Zonen gibt es rund um Decke und Boden. Ein einfacher Leitungssucher kostet wenig und verhindert Schlimmeres.
Kinderhöhe: was das Kind selbst erreichen muss
Stauraum, an den ein Kind nicht herankommt, erzeugt Arbeit für dich. Alles, was täglich gebraucht wird, gehört deshalb nach unten.
Als grobe Marke gilt die eigene Schulterhöhe des Kindes. Bei einem Grundschulkind sind das etwa 110 bis 120 Zentimeter. Darunter kommen Kleidung für den nächsten Tag, das aktuelle Spielzeug, Schuhe und Schulsachen. Darüber lagert alles, was Erwachsene verwalten.
Offene Körbe funktionieren besser als Schubladen mit Deckel, weil das Aufräumen ein einziger Handgriff bleibt. Bilder auf den Kisten ersetzen die Beschriftung, solange die Kinder nicht lesen. Wie sich das System dauerhaft hält, beschreibt der Ratgeber zum Spielzeug ordnen.
Saisonales auslagern und den Keller richtig nutzen
In einer kleinen Wohnung darf nur liegen, was gerade gebraucht wird. Winterjacken im Juli und der Schlitten im Mai kosten Platz, den die Kinder täglich vermissen.
| Sachen | Wohin | Behälter | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Kleidung der nächsten Größe | Bettkasten oder oberstes Fach | Stoffbox mit Größenangabe | nach Größe sortieren, nicht nach Kind |
| Winterjacken, Schneehosen | Keller oder Abstellraum | Kunststoffbox mit Deckel | vorher waschen, sonst riecht es |
| Schlitten, Bobbycar | Keller | offen, an der Wand | Fluchtwege im Keller frei halten |
| Deko für Feste | oberstes Regalfach | eine Box pro Anlass | eine Box pro Fest genügt |
| Erinnerungsstücke | eine Kiste pro Kind | stabile Box, trocken | Menge begrenzen, sonst wächst sie |
Im Keller ist Feuchtigkeit das Hauptproblem. Kartons saugen sie auf und schimmeln, deshalb sind geschlossene Kunststoffboxen die bessere Wahl. Stell nichts direkt auf den Boden, sondern auf ein Regal oder eine Palette. Und lüfte den Keller im Sommer nur früh am Morgen, weil warme Luft sonst an den kalten Wänden kondensiert.
Papierkram gehört dagegen nicht in den Keller. Wichtige Unterlagen bleiben trocken in der Wohnung, ein System dafür zeigt der Beitrag zum Ordnen von Familiendokumenten.
Was sich nicht lohnt
Nicht jede Speziallösung bringt Platz. Manche kosten viel und verschieben das Problem nur.
Vakuumbeutel für Kleidung sparen Volumen, aber die Sachen kommen zerknittert wieder heraus und die Beutel ziehen oft Luft. Passgenaue Einbauschränke lohnen sich erst, wenn du länger als fünf Jahre bleibst. Und teure Ordnungssysteme aus dem Möbelhaus tun selten mehr als beschriftete Kisten für wenige Euro.
Sinnvoll investiert ist Geld dagegen in stabile, stapelbare Boxen in einer einzigen Größe, in gute Wandbefestigungen und in ein Bett mit Stauraum. Wie sich das in eine Gesamtplanung einfügt, steht im Ratgeber zur kleinen Wohnung mit Kindern.
Womit fange ich an, wenn der Platz überall fehlt?
Mit einem einzigen Bereich, zum Beispiel einer Spielzeugkiste. Erst aussortieren, dann den freien Platz neu belegen. Neue Möbel kaufst du erst, wenn klar ist, was wirklich bleibt.
Wie hoch dürfen Regale im Kinderzimmer sein?
Bis zur Decke, solange sie fest verschraubt sind. Alles über Schulterhöhe des Kindes ist Lagerfläche für Erwachsene. Ohne Wandbefestigung kippen hohe Regale beim Klettern.
Was gehört unbedingt in Kinderhöhe?
Kleidung für den nächsten Tag, das aktuelle Spielzeug, Schuhe und Schulsachen. Als Marke gilt die Schulterhöhe, bei Grundschulkindern etwa 110 bis 120 Zentimeter.
Wie lagere ich Kinderkleidung im Keller richtig?
Gewaschen, in geschlossenen Kunststoffboxen und nie direkt auf dem Boden. Kartons ziehen Feuchtigkeit und schimmeln. Ein Regal oder eine Palette darunter reicht meist aus.
Lohnen sich Vakuumbeutel für Kleidung?
Nur begrenzt. Sie sparen Volumen, ziehen aber oft Luft und hinterlassen starke Knitterfalten. Für Bettdecken taugen sie besser als für Kleidung, die direkt getragen wird.
Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Angaben ohne Gewähr · Maße sind Richtwerte für die Planung · Befestigungen im Zweifel von einer Fachkraft ausführen lassen.
Weitere Themen aus „Kleine Wohnungen“